Gedichte

Eure Kinder sind nicht Eure Kinder. Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst. Sie kommen durch Euch, aber nicht von Euch. Und obgleich sie bei Euch sind, gehören sie Euch nicht. Ihr dürft ihnen Eure Liebe schenken, aber nicht Eure Gedanken, denn sie haben eigene Gedanken. Ihr dürft ihren Körpern ein Heim geben, aber nicht ihren Seelen, denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, dass Ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in Euren Träumen. Ihr dürft Euch bemühen, wie sie zu sein, aber sucht nicht sie Euch gleich zu machen... (Khalil Gibran)   Der Mensch, der Dir ohne Dich zu berühren, ohne mit Dir zu sprechen, ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, sollte der Mensch sein, dem Du Dein Herz schenkst... (Verfasser unbekannt) Manche Menschen wissen nicht, wie wichtig es ist, dass sie da sind. Manche Menschen wissen nicht, wie gut es tut, sie nur zu sehen. Manche Menschen wissen nicht, wie tröstlich ihr Lächeln wirkt. Manche Menschen wissen nicht, wie wohltuend ihre Nähe ist. Manche Menschen wissen nicht, wie viel ärmer wir ohne sie wären. Manche Menschen wissen nicht, dass sie ein Geschenk des Himmels sind. Sie wüssten es, würden wir es ihnen sagen... (Paul Celan) Himmel und Hölle Ein Mann hatte den dringenden Wunsch einmal Himmel und Hölle kennen zu lernen. So träumte er eines nachts, dass er durch einen großen Raum ging. In der Mitte des Raumes stand ein großer Topf auf dem Feuer, in dem eine köstliche Suppe kochte. Um den Topf standen Menschen mit ungewöhnlich langen Löffeln. Aber die Menschen sahen mager, blass, gehetzt und elend aus, denn jeder versuchte verzweifelt sich selbst mit seinem langen Löffel die Suppe in den Mund zu schieben. Welch unsinniges Unterfangen! Die Löffel waren so lang, dass sie überall anstießen und die Speise verkleckerten. Den Weg zum Mund jedoch fanden sie nicht. Als der Mann den Raum verließ, da sah er über der Türe ein Schild, auf dem stand: “Das ist die Hölle”. Gleich darauf betrat er einen anderen Raum. Dieser unterschied sich vom ersten durch gar nichts. In der Mitte, auf dem Feuer, stand der Topf mit der köstlichen Suppe. Auch die Menschen um den Topf hatten dieselben langen Löffel. Aber sie sahen alle wohlgenährt und gesund aus, waren freundlich und glücklich. Denn niemand versuchte sich selbst zu sättigen, sondern benutzte seinen Löffel dazu, dem anderen die Suppe vorsichtig in den Mund zu schieben. Jener wiederum wurde von einem anderen gesättigt. Beim verlassen dieses Raumes stand auf dem Türschild: “Dies ist der Himmel”. (Orientalische Lehrgeschichte)   Lass mich nicht bitten, vor Gefahr bewahrt zu werden, sondern ihr furchtlos zu begegnen. Lass mich nicht das Ende der Schmerzen erflehen, sondern das Herz, dass sie besiegt. Lass mich auf dem Kampffeld des Lebens nicht nach Verbündeten suchen, sondern nach meiner eigenen Stärke. Lass mich nicht in Sorge und Furcht nach Rettung rufen, sondern hoffen, dass ich Geduld habe, bis meine Freiheit errungen ist. Gewähre mir, dass ich kein Feigling sei, der Deine Gnade nur im Erfolg erkennt, lass mich aber den Halt Deiner Hand fühlen, wenn ich versage. (Tagore) Die Weisheit des Universums Vor langer Zeit überlegten die Götter, dass es sehr schlecht wäre, wenn die Menschen die Weisheit des Universums finden würden, bevor sie tatsächlich reif genug dafür wären. Also entschieden die Götter, die Weisheit des Universums so lange an einem Ort zu verstecken, wo die Menschen sie so lange nicht finden würden, bis sie reif genug sein würden. Einer der Götter schlug vor, die Weisheit auf dem höchsten Berg der Erde zu verstecken. Aber schnell erkannten die Götter, dass der Mensch bald alle Berge erklimmen würde und die Weisheit dort nicht sicher genug versteckt wäre. Ein anderer schlug vor, die Weisheit an der tiefsten Stelle im Meer zu verstecken. Aber auch dort sahen die Götter die Gefahr, dass die Menschen die Weisheit zu früh finden würden. Dann äußerte der weiseste aller Götter seinen Vorschlag: “Ich weiß, was zu tun ist. Lasst uns die Weisheit des Universums im Menschen selbst verstecken. Er wird dort erst dann danach suchen, wenn er reif genug ist, denn er muss dazu den Weg in sein Inneres gehen”. Die anderen Götter waren von diesem Vorschlag begeistert und so versteckten sie die Weisheit des Universums im Menschen selbst. (Verfasser unbekannt) Vielleicht möchte Gott, dass wir die falschen Menschen treffen, bevor wir dem richtigen begegnen, so dass wir, wenn wir endlich die richtige Person getroffen haben, dankbar sind für dieses Geschenk. Es ist wahr, dass wir nicht schätzen was wir haben, bis wir es verlieren, aber es ist auch wahr, dass wir nicht wissen, was wir vermissen, bis es uns begegnet. Wenn die Türe des Glücks sich schließt, öffnet sich eine neue, aber wir starren solange auf die verschlossene Pforte, dass wir das für uns neu geöffnete Tor nicht sehen. (Verfasser unbekannt) Der beste Freund ist der Freund, mit dem Du auf der Veranda auf einer Schaukel wippst, ohne ein Wort zu sprechen und wenn Du gehst, das Gefühl hast, dass dies die beste  Unterhaltung war, die Du je geführt hast. Suche nicht nach Schönheit, sie ist trügerisch. Suche nicht  nach Reichtum, er ist vergänglich. Suche jemanden, der Dich zum lächeln bringt, denn es braucht nur ein Lächeln, um einen scheinbar dunklen Tag zu erhellen. Finde denjenigen, der Dein Herz zum lächeln bringt... (Verfasser unbekannt)